22.04.2010

Integration sportlich gelebt

Nur etwa 200 Meter Luftlinie trennen das Gymnasium der Mariannhiller Missionare von der Brückenschule, der Förderschule für motorische und körperliche Entwicklung...
Sport

Maria Veen (pd). Nur etwa 200 Meter Luftlinie trennen das Gymnasium der Mariannhiller Missionare von der Brückenschule, der Förderschule für motorische und körperliche Entwicklung. Warum nicht einmal gemeinsam Sport treiben?, dachte der Referendar für Sport- und Deutschunterricht am Gymnasium, Christian Reisener.
Er knüpfte Kontakt mit Simone Wirtz, einer Sportlehrerin an der Brückenschule. Gemeinsam suchten sie einen Termin, an dem sich Schüler mit und ohne Behinderung zusammen sportlich betätigen könnten.
Dieser Termin war an einem Mittwochnachmittag mit der Rollstuhlsportgruppe schnell gefunden. Der Benediktushof stellte freundlicherweise seine Sportrollis zur Verfügung, damit die nicht gehbehinderten Schüler am eigenen Leib erleben konnten, wie es ist, wenn man Sport im Rollstuhl treiben muss - eine ganz neue Erfahrung.
Eine Kennenlernrunde half dabei, anfängliche Berührungsängste schnell zu überwinden. Zehn Gymnasiasten und sieben Brückenschüler spielten schließlich gemeinsam Fußball, Kegelball und Basketball nach Rollstuhlspielregeln.
Die Schulleiterin Edith Dirks ließe es sich ebenso nehmen wie ihr Kollege Johannes Alings vom Gymnasium, in der Sporthalle der Brückenschule vorbeizuschauen. Sie konnten sich davon überzeugen, wie einfach mit Sport Vorurteile abgebaut und Barrieren überwunden werden können.

Insgesamt fünf Wochen lang trafen sich die Schüler zum integrativen Schulsport. Mittlerweile sind auch außerschulische Treffen vereinbart und Handynummern ausgetauscht worden. Fazit der Schüler: Die Anderen von nebenan seien gar nicht so anders, wie man gedacht hatte.

Alle Beteiligten waren sich nach diesen Erfahrungen einig: Das war nicht das letzte gemeinsame Projekt beider Schulen.