21.06.2011

Bericht über die Arbeit in der Musical AG

Zwei Jahre lang trudelten wir, 30 müde Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 13, jeden zweiten Samstag gegen 9 Uhr in der Aula unseres Gymnasiums ein...


...um das Musical „Smike“ zu proben – immer unterstützt von Christian Hegemann am Klavier und Frau Doris Hesselmann in der „Regie“.
Mit einer akademischen Viertelstunde Verspätung konnten die Proben beginnen.
Im ersten Jahr bedeutete das, die Lieder einzustudieren – 3-stimmig natürlich. Dafür mussten die Stimmbänder aufgewärmt und die Lungen gedehnt werden: „So, gerade hinstellen und 3 mal atmen! Einatmen, Spannung halten, ausatmen. – Einatmen, Spannung halten, ausatmen. – Einatmen, Spannung halten, ausatmen.“ Begleitet von Christian am Klavier sangen wir Tonleitern rauf und runter: „Naaaaaa, nooooooo, nuuuuuu und „mmmmmmm“ (man stelle sich einen Bienenschwarm vor). Die Lieder des Musicals wurden immer wieder geprobt. Jede Stimme einzeln, alle zusammen, mit Hilfe der Noten und auswendig. Es entstand ein Chor. In Einzelproben konnten die Solisten ihre Stimme trainieren und die Melodien und Texte auswendig lernen.

Ein Jahr war bereits vergangen, ohne dass wir es wirklich realisiert haben. Also mussten wir uns zügig der Schauspielerei widmen. Und auch dafür muss man sich natürlich aufwärmen. Frau Hesselmann scheuchte uns durch die Aula – kreuz und quer – und ließ uns alle erdenklichen Gefühle ausdrücken. Wir lernten, mit Mimik und Gestik umzugehen. Beliebt waren diese Übungen jedoch nicht. Vor allem für den einen oder anderen von uns, der am Abend vorher erst spät – oder schon wieder früh – sein Bett aufgesucht hatte, stellte das Spielen von Hyperaktivität oder guter Laune doch immer mal wieder eine echte Herausforderung dar. Doch auch diese Übungen haben wir überlebt.

Von da an hieß es für mehrere Proben: Erster Akt, erste Szene in Dauerwiederholung: „Ihr müsst mehr spielen! - Übertreiben! - Nicht zappeln! - Nein, so nicht! - Nach vorne singen! - Stopp. - STOPP! - Ihr müsst strahlen!“ und noch vieles mehr. Wie oft haben wir diese Anweisungen gehört – und verflucht? Denn jede einzelne bedeutete, dass die Szenen noch mal wiederholt werden würde, bis zur Perfektion.

Und doch sind wir weiter gekommen. Zum ersten Akt gesellte sich der zweite. Und bald hatten wir uns durch alle Szenen durchgespielt. Am Anfang der Weihnachtsferien stand das Konzept des Musicals.
Wer jetzt glaubt, dass das in irgendeiner Weise beruhigend auf Frau Hesselmann gewirkt hätte, der irrt. Schon seit einem Jahr kann sie nicht mehr schlafen, weil sie sich Choreographien und Bühnenbilder am liebsten nachts ausdenkt. Nach den Ferien bekamen wir Kostüme und der Feinschliff wurde vorgenommen. Wir näherten uns unserem Ziel.

Nach einer Probe im Konzerttheater, die ein ziemlicher Rückschlag war, planten wir ein Probenwochenende. Das waren wohl die zwei besten – und lustigsten – Proben in unserer zweijährigen Probengeschichte. Es wurde bis in die Nacht an der Choreographie gefeilt (bis Frau Hesselmann zufrieden war) und nach Ende der regulären Proben haben wir am Klavier gesungen und getanzt.
Jetzt stehen wir kurz vor der Premiere. Es gibt noch drei Proben, was uns wahrscheinlich gar nicht so richtig bewusst ist. Wir ständen jetzt bei 60%, sagt Frau Hesselmann. Das ist schon fast ein Lob. Wir müssen uns auch nur noch ungefähr um das Dreifache steigern, dann ist sie mit uns zufrieden. Ob wir das schaffen? Wir werden es sehen und hören. Am 2. Juli um 19.30 Uhr und am 3. Juli um 17.00 Uhr! Bis dahin wünschen wir noch einige erholsame Nächte.

Ineke Fahrig, Julia Nitsche, Christina Stroick