02.07.2011

Schülerbericht: "Überlebt"

Aus der BZ vom 02.07.2011:„Smike“: Dieses Musical führen Schüler des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare heute und morgen im Konzert Theater Coesfeld auf (die BZ berichtete).
 Ineke Fahrig, Julia Nitsche und Christina Stroick haben einen amüsanten Bericht über die Musical-AG geschrieben.  „Zwei Jahre lang trudelten wir, 30 müde Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 13, jeden zweiten Samstag gegen 9 Uhr in der Aula unseres Gymnasiums ein, um das Musical „Smike“ zu proben - immer unterstützt von Christian Hegemann am Klavier und Frau Doris Hesselmann in der Regie“, beginnt der Bericht.
Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung hätten die Proben begonnen. Im ersten Jahr wurden die Lieder einstudiert - „dreistimmig natürlich“. Dafür mussten die Stimmbänder aufgewärmt und die Lungen gedehnt werden. Kommentar der Schülerinnen: „Man stelle sich einen Bienenschwarm vor.“

Die Lieder wurden immer wieder geprobt. Jede Stimme einzeln, alle zusammen, mit Hilfe der Noten und auswendig. Es entstand ein Chor. In Einzelproben trainierten die Solisten ihre Stimmen, lernten Melodien und Texte auswendig.

Ein Jahr verging, ohne dass die Schüler es wirklich realisiert haben. „Also mussten wir uns zügig der Schauspielerei widmen. Und auch dafür muss man sich natürlich aufwärmen. Frau Hesselmann scheuchte uns durch die Aula - kreuz und quer, und ließ uns alle erdenklichen Gefühle ausdrücken. Wir lernten, mit Mimik und Gestik umzugehen. Beliebt waren diese Übungen jedoch nicht.“ Vor allem für Nachtschwärmer stellte das Darstellen von Hyperaktivität oder guter Laune immer mal wieder eine echte Herausforderung dar. „Doch auch diese Übungen haben wir überlebt.“

Erster Akt, erste Szene in Dauerwiederholung: „Ihr müsst mehr spielen! Übertreiben! Nicht zappeln! Nein, so nicht! Nach vorne singen! Stopp. STOPP! Ihr müsst strahlen!“, rief Hesselmann immer wieder. „Wie oft haben wir diese Anweisungen gehört - und verflucht? Denn jede einzelne bedeutete, dass die Szenen noch mal wiederholt würde bis zur Perfektion.“

Bald hatten die Schüler alle Szenen durchgespielt. Vor Weihnachten stand das Konzept des Musicals. „Wer jetzt glaubt, dass das in irgendeiner Weise beruhigend auf Frau Hesselmann gewirkt hätte, der irrt. Schon seit einem Jahr kann sie nicht mehr schlafen, weil sie sich Choreographien und Bühnenbilder am liebsten nachts ausdenkt“, schreiben die drei Schülerinnen. Nach den Ferien kam der Feinschliff.

Nach einer Probe im Konzert Theater, „ein ziemlicher Rückschlag“, ging es in ein Probenwochenende. Das waren wohl die zwei besten - und lustigsten - Proben. Es wurde bis in die Nacht an der Choreographie gefeilt (bis Frau Hesselmann zufrieden war) und nach Ende der regulären Proben haben wir am Klavier gesungen und getanzt.

„Wir ständen jetzt bei 60 Prozent, sagt Frau Hesselmann. Das ist schon fast ein Lob. Wir müssen uns auch nur noch ungefähr um das Dreifache steigern, dann ist sie mit uns zufrieden. Ob wir das schaffen?“
Seite 1 von 3