Schülerbericht:

Erfurt

Wisst ihr, warum die Stadt an der Gera Erfurt heißt?
Dies war die zentrale Frage unseres Stadtführers, auf deren Beantwortung wir zwei Stunden lang gewartet haben. Gebannt hingen wir an seinen Lippen und immer wieder stellte er uns diese Frage…
Der alteingesessene Erfurter, der sein Geld mit Stadtführungen und Musizieren verdient, schien nahezu jeden Bewohner seiner Heimatstadt persönlich zu kennen und verwickelte sich immer wieder in Gespräche, während wir auf seine Antwort zur alles entscheidenden Frage warteten. Zwischendurch fand er aber doch noch die Zeit, uns kleine Anekdoten zur Geschichte der Stadt zu erzählen.
Als Musiker wusste er natürlich, dass die Ahnen des Johann Sebastian Bach einst in der Stadt als freie Musiker gelebt haben.
Auch Martin Luther ist eine bekannte Person, die mit Erfurt in Verbindung zu bringen ist. Hier trank er oft das ein oder andere Maß Bier in einer der vielen Brauereien, die heute zum Teil immer noch bestehen. Allerdings gab uns der Stadtführer mit verschmitztem Grinsen zu verstehen, dass ein Maß Bier zu Luthers Zeit noch 1,65 Liter maß.
Wir lernten, dass Erfurt nicht nur für seine Brauereien und Wirtshäuser bekannt ist, sondern auch als Handelsstadt, in der blaue Farbe (Indigo) aus Färberwaid erzeugt wurde. Die Wunderpflanze, aus der Farbe gewonnen wurde, soll übrigens für ziemlich alles gut sein, zum Beispiel war der Stadtführer fest davon überzeugt, dass sie als Tee die Potenz steigere.
Nebenbei erklärte er uns zahlreiche Sprichwörter, die scheinbar alle ihren Ursprung in Erfurt haben. Der Ausdruck „blau machen“ leite sich beispielsweise aus der langen Wartezeit während der Indigoherstellung ab.
Das nächste Highlight unserer Führung war die Überquerung der Krämerbrücke. Diese Brücke soll die einzige bewohnte Brücke zurzeit in Europa sein und viele Läden drängen sich auf ihr. Von unserem Führer erfuhren wir allerdings kaum etwas darüber. Zuvor hatte eine alte Dame einigen von uns bereits deutlich mehr zur Krämerbrücke und weiteren Besonderheiten der Stadt erzählt – ungefragt.
Hinter der Brücke endete unsere Führung und wir konnten die Studentenstadt mit ihren vielen Bars, Cafés und Restaurants selbstständig erkunden.
Dabei sind uns die vielen Kinder und Spielplätze in der ganzen Stadt aufgefallen. Die vielen Villen, welche die gut ausgebauten Straßen säumten und die schönen Parks, in denen fröhliche Kinder umher tollten, verwunderten uns. So hatten wir es uns im Osten nicht vorgestellt.
Übrigens: Warum die Stadt Erfurt und nicht Gerafurt heißt, hat der Führer uns doch nicht mehr verraten. Zum Glück wusste Herr Elfering anschließend eine Antwort, aber das ist eine andere Geschichte…

Tim Langhorst & Julian Körtling