Impuls zur Fastenzeit
Gedanken von Schulseelsorger Pater Thomas Winzenhörlein.Beim Pädagogischen Tag (interne Lehrer*innenfortbildung) am Aschermittwoch stimmte Pater Thomas das Kollegium auf die Fastenzeit ein. Ausgangspunkt war dabei das Bild „Die Frau am Jakobsbrunnen" des Künstlers und Priesters Sieger Köder.
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Hier die daran anschließenden Gedanken unseres Schulseelsorgers als Fastenzeit-Impuls für alle:
Die Frau blickt in den Brunnen - nicht unbedingt ein angenehmer Ort: der Brunnenschacht ist modrig und muffig, glitschig und schleimig. Kein Ort, der sich gut anfühlt, kein Ort, an dem gern sein möchte. Aber die Frau blickt dort hinein, wie in das eigenen Leben, die eigene Geschichte:
- auf das, was nicht gelungen ist,
- auf das, wo sie Fehler, Sünden begangen hat,
- auf das, was ihr unangenehm ist,
- auf das, wofür sie sich schämt,
- auf das, von dem sie sich wünscht, dass niemand anders es jemals erfährt.
Diese Frau hat den Mut, genau dorthin zu blicken, wohin wir als Menschen den Blick gern vermeiden: auf unsere Schwächen und unser Versagen.
Und doch erlebt sie dabei etwas Außergewöhnliches: Genau bei diesem Schauen auf die dunklen Seiten ihres Lebens findet Begegnung statt: Begegnung mit Jesus, der ihr liebevoll den Kopf zuneigt. Jesus ist ihr genau hier besonders nahe. Und womöglich ist das die große Botschaft der Fastenzeit, dass der ehrliche Blick in unseres Inneres sich wirklich lohnen kann.
Ich habe die vielleicht etwas kindliche Vorstellung, dass Jesus hier, im Angesicht von Schuld und Versagen, zu dir und mir sagt: "Du bist kostbar und wertvoll in meinen Augen und ich liebe dich."(Jes 43)






