25.02.2026

GK-Deutschexkursion in das Wolfgang-Borchert-Theater in Münster

Grundkurse besuchen Aufführung von „Terror“ (Ferdinand von Schirach)

"Sollte das Gesetz über dem Leben von 70.000 Menschen stehen, oder wird die Moral in Extremsituation zur neuen Gesetzesordnung?". Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich zwei Deutschgrundkurse der Q1 am 04. Februar während ihrer Exkursion in das Wolfgang-Borchert-Theater in Münster. Gemeinsam stand im ersten Schritt die Anreise mit dem Zug nach Münster an, genauso wie der Fußweg zum Theater selbst, und dann konnte es auch schon losgehen.

Als Abschluss der Unterrichtsreihe zu dem Drama "Terror" von Ferdinand von Schirach erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, selbst über Recht und Unrecht zu entscheiden. Das Stück beschäftigt sich mit dem vor Gericht angeklagten Lars Koch, der ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug mit 164 Insassen entgegen seinen Befehlen abschoss. Nun wird er des vielfachen Mordes angeklagt, obwohl er durch seine Tat 70.000 Besucher und Besucherinnen eines vollbesetzten Fußballstadions rettet. Andernfalls wäre das entführte Flugzeug über der Arena abgestürzt. Während der Aufführung konnten die Zuschauer durch die Argumente der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung entscheiden, ob sie den Angeklagten freisprechen bzw. verurteilen. Das Stück pausierte nach den Plädoyers der Staatsanwältin und der Verteidigerin, sodass die Zuschauenden über ihre Moralvorstellungen reflektieren konnten und die Chance hatten, untereinander in den Austausch zu kommen. Durch das Wiederbetreten des Saales auf einer bestimmten Seite, je nachdem wie das persönliche Urteil ausfiel, wurde das Schicksal von Lars Koch besiegelt und von der Vorsitzenden verkündet. Das Urteil hieß "Freispruch", insgesamt stimmten 118 für den Freispruch und hingegen nur 20 Zuschauende für die Verurteilung. Zwar lässt das Drama nur zwei Urteile zu, obwohl in der Realität vermutlich eine Verurteilung mit milderer Bestrafung denkbar gewesen und die Anklage nicht Mord, sondern Totschlag gelautet hätte, dennoch wird dadurch das Meinungsbild der Zuschauenden in Bezug auf das geltende Rechtssystem erfragt und erörtert, ob das Handeln nach utilitaristischen Moralvorstellungen von der Gesellschaft akzeptiert wird. Zusammenfassend war es ein gelungener und gut organisierter Ausflug, der allen Schülerinnen und Schülern positiv im Gedächtnis bleiben wird.

Vielen Dank an Frau Vornholt, Frau Seggewiß und Frau Jäker für die Planung, den Einsatz, Karten für das Stück zu bekommen und letztendlich für das Ermöglichen des Theaterbesuches.

Mia Bokeloh und Julia Janke (Q1)


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